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Kanzlei für Amazon-Recht · Köln

Amazon ASIN gesperrt? Entsperren lassen mit Anwalt

Rechtsanwalt Dr. Sener Dincer mit Fokus auf IT-Recht, Amazon-Marktplatzrecht und Schutzrechtsstreitigkeiten.

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Amazon-Marktplatzrecht
Erfahrener Rechtsanwalt

So retten wir Ihr gesperrtes Amazon-Produkt

Amazon-ASIN gesperrt? Wir prüfen IP-Beschwerde, Policy-Verstoß und Gegenansprüche, setzen die Entsperrung durch und sichern Schadensersatz.

Amazon hat Ihr Produkt aus dem Katalog genommen - ohne Vorwarnung und ohne nachvollziehbare Begründung. Ihr Bestseller generiert keinen Umsatz mehr, laufende Werbekampagnen sind gestoppt, und das mühsam aufgebaute Ranking verfällt mit jedem Tag. Gleichzeitig laufen die FBA-Lagerkosten für Ware weiter, die Sie nicht mehr verkaufen können. Unsere Rechtsberatung im IT-Recht ordnet solche Plattformmaßnahmen rechtlich und operativ ein.

Dieser Leitfaden beantwortet drei Fragen:

  • Warum sperrt Amazon ASINs - und wann ist eine Sperrung angreifbar?
  • Was müssen Sie in den ersten Tagen tun, um Ihre Position nicht weiter zu schwächen?
  • Welche juristischen Hebel erzwingen die Entsperrung - und wie holen Sie entgangenen Gewinn zurück?

Darf Amazon Ihre ASIN einfach sperren?

Sperren ja, aber nicht ohne Begründung - und genau an dieser Stelle scheitert Amazon regelmäßig.

Amazon hat als Plattformbetreiber ein vertragliches Recht, Angebote zu deaktivieren, die gegen die Verkäuferrichtlinien verstoßen.
Dieses Recht ist jedoch an klare Pflichten gebunden.

In der Praxis sieht es anders aus.

Händler erhalten oft nur Standardmitteilungen wie “Verstoß gegen Verkäuferrichtlinie” oder “Meldung wegen Verletzung geistigen Eigentums” - ohne Nennung des konkreten Produkts, des konkreten Vorwurfs oder der meldenden Partei.

Betrifft die Maßnahme nicht nur einzelne Produkte, sondern den gesamten Account, geht es um Hilfe bei gesperrtem Amazon-Verkäuferkonto.

Warum die Unterscheidung zur Kontosperrung entscheidend ist

Eine ASIN-Sperrung betrifft ein einzelnes Produkt oder eine Produktgruppe - nicht den gesamten Verkäufer-Account.

Im Falle einer isolierten ASIN-Sperre bleiben der Zugang zum Seller Central sowie der Verkauf anderer Produkte und die regulären Auszahlungen in der Regel unbeeinträchtigt, sofern keine schwerwiegenden Richtlinienverstöße vorliegen, die eine Kontosperrung rechtfertigen.
Das klingt zunächst weniger dramatisch als eine Kontosperrung. In der Praxis unterschätzen viele Händler den tatsächlichen Schaden. Reputationsangriffe im selben Ökosystem erfordern oft zusätzlich Hilfe bei Amazon-Bewertungen.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Ursache.

Kontosperrungen erfolgen häufig wegen Performance-Mängeln oder Verstößen gegen Amazon-Richtlinien. ASIN-Sperrungen werden dagegen oft durch Eingaben Dritter oder durch Amazons proaktive, automatisierte Schutz- und Prüfmechanismen ausgelöst; Amazon veröffentlicht jedoch keine öffentlichen Vergleichszahlen, die belegen, dass ASIN-Sperrungen insgesamt überproportional auf Dritte zurückzuführen sind.
Genau deshalb ist bei ASIN-Sperrungen der Fokus auf die Frage “War die Beschwerde berechtigt?” oft wichtiger als ein klassischer Maßnahmenplan. Ähnliche Plattformrisiken können auch entstehen, wenn ein Google-Unternehmensprofil gesperrt wird.

Die häufigsten Gründe für eine ASIN-Sperrung

Die meisten ASIN-Sperrungen folgen einem von fünf Mustern. Wer den konkreten Auslöser kennt, kann gezielter reagieren - und vermeidet die typischen Fehler bei der Gegenvorstellung.

Schutzrechtsverletzungsmeldung durch einen Rechteinhaber

Ein häufiger Grund für ASIN-Sperrungen: Ein Dritter meldet über Amazons Brand Registry oder das Infringement-Formular eine angebliche Verletzung geistigen Eigentums.
Auf Meldungen von Rechteinhabern reagiert Amazon regelmäßig mit Maßnahmen gegen betroffene Angebote und kann diese vorübergehend sperren; eine pauschale, sofortige Deaktivierung der gesamten ASIN erfolgt nicht zwingend.
Amazon benachrichtigt Verkäufer, wenn ein Rechteinhaber über das Meldesystem eine mutmaßliche Schutzrechtsverletzung meldet. Amazon leitet die bei der Meldung übermittelten Angaben an die beteiligten Parteien weiter; welche Felder genau in der kontospezifischen Benachrichtigung erscheinen, ist nicht öffentlich standardisiert und kann variieren.

Für den Händler stellt sich sofort die zentrale Frage: Ist die Meldung berechtigt - oder handelt es sich um eine unberechtigte Schutzrechtsverwarnung?

Missbräuchliche IP-Beschwerden durch Konkurrenten

Ein zunehmendes Problem auf Amazon: Wettbewerber nutzen das Beschwerdesystem gezielt, um Konkurrenzprodukte vom Marktplatz zu drängen. Die Methode ist einfach und effektiv. Der Konkurrent meldet eine Marke an - oft ohne echte Benutzungsabsicht und gezielt auf generische Produktbegriffe.

Anschließend reicht er über die Brand Registry eine Schutzrechtsverletzungsmeldung gegen die ASIN des Mitbewerbers ein.
Amazon deaktiviert das Angebot automatisch.

Für betroffene Händler bedeutet das: Wer Opfer einer solchen Attacke wird, steht nicht schutzlos da.

Designrechtsverletzungen und unwirksame Geschmacksmuster

Neben Markenrechtsbeschwerden nutzen Wettbewerber zunehmend Designeintragungen, um ASIN-Sperrungen auszulösen. Das Prinzip ist ähnlich: Ein Konkurrent meldet ein Design oder Geschmacksmuster an - häufig auf Basis eines generischen Produktdesigns, das keinerlei Eigenart besitzt - und reicht anschließend bei Amazon eine Verletzungsmeldung ein.

Amazon deaktiviert Angebote häufig zügig nach Meldungen von Rechteinhabern; eine abschließende materielle Rechtsprüfung durch Amazon erfolgt nicht, stattdessen bestehen Einspruchs- und Reaktivierungsverfahren.

Beides sind Instrumente, die ohne anwaltliche Begleitung kaum erfolgversprechend sind.

Compliance-Verstöße und Produktsicherheit

Amazon sperrt ASINs auch eigenständig, wenn interne Prüfsysteme einen Compliance-Verstoß feststellen.
Typische Auslöser sind fehlende oder fehlerhafte Produktsicherheitsinformationen, unvollständige GPSR-Angaben, fehlende CE-Kennzeichnungen oder Verdacht auf regulierte Inhaltsstoffe.

Seit Inkrafttreten der GPSR am 13. Dezember 2024 sind Online-Marktplätze verpflichtet, Listings ohne die erforderlichen Produktsicherheitsangaben zu deaktivieren; dies hat in der Praxis zu zahlreichen Sperrungen geführt.
Viele Händler berichten, dass Amazon ASINs gesperrt hat, obwohl die Sicherheitsinformationen korrekt hinterlegt waren - die Plattform zeigte sie schlicht nicht an. In diesen Fällen liegt der Fehler nicht beim Händler, sondern bei Amazons Datenverarbeitung.

Für Händler mit breitem Sortiment ist das besonders gefährlich: Wenn ein automatisierter Prüflauf gleichzeitig Dutzende oder sogar Hunderte ASINs deaktiviert, kann das auch ohne Kontosperrung einen erheblichen Teil des Tagesgeschäfts lahmlegen.

Algorithmische Fehlentscheidungen ohne echten Verstoß

Nicht jede ASIN-Sperrung beruht auf einem realen Problem.

Amazons interne Prüfalgorithmen reagieren auf statistische Auffälligkeiten wie ungewöhnlich viele Rücksendungen, Beschwerden zu “nicht wie beschrieben” oder sprunghafte Änderungen in den Produktdaten.
Die Schwellenwerte sind nicht transparent, und die automatisierten Entscheidungen werden häufig ohne menschliche Prüfung getroffen.

In der Seller Central erscheint dann eine Meldung wie “Hohe Rate negativ bewerteter Rücksendungen” oder “Produktqualitätsbedenken” - oft ohne Bezug auf konkrete Bestellungen oder messbare Daten.
Für den Händler ist das gefährlich, weil er ohne konkreten Vorwurf kaum zielgerichtet reagieren kann.

Kaskadeneffekt bei Produktvarianten

Bei Parent-Child-Strukturen kann die Sperrung einer einzigen ASIN-Variante dazu führen, dass Amazon alle verknüpften Child-ASINs deaktiviert. Ein einzelnes gesperrtes Produkt kann so ein komplettes Sortiment von 15 oder mehr Varianten lahmlegen.

Was eine ASIN-Sperrung Sie wirklich kostet

Der unmittelbare Umsatzausfall ist nur ein Teil des Schadens. Eine ASIN-Sperrung löst eine Kette von Folgeeffekten aus, die sich gegenseitig verstärken und deren Gesamtschaden weit über den entgangenen Tagesumsatz hinausgeht.

Ranking-Verlust und Sichtbarkeitsspirale

Das Amazon-Ranking basiert auf Verkaufshistorie, Conversion-Rate und Kundeninteraktion.
Ab dem Moment der Sperrung fallen alle drei Faktoren auf Null.
Das Ranking-System von Amazon nutzt Nutzerinteraktionen wie Klicks und Käufe als zentrale Signale für die Relevanzbewertung; bleibt diese Aktivität aus, sinkt die Sichtbarkeit des Produkts in den Suchergebnissen erheblich.
Das bedeutet: Selbst wenn die ASIN nach zwei Wochen entsperrt wird, startet das Ranking nicht dort, wo es aufgehört hat, sondern deutlich tiefer - oft auf dem Niveau eines Neuprodukts.

Für Händler, die Monate oder Jahre in den Aufbau ihrer organischen Position investiert haben, ist das ein massiver Wertverlust. Ein Produkt, das vor der Sperrung auf Seite eins der Suchergebnisse stand, muss nach der Reaktivierung unter Umständen erneut durch Werbeausgaben und Aktionspreise hochgezogen werden.

Werbekampagnen und Budgetverlust

Mit der Sperrung werden alle laufenden Sponsored-Products- und Sponsored-Brands-Kampagnen für die betroffene ASIN automatisch pausiert.
Das betrifft nicht nur den direkten Umsatz über bezahlte Platzierungen, sondern auch die gesamte Kampagnenhistorie. Optimierte Keywords, Gebotsstrategien und Conversion-Daten gehen verloren oder werden entwertet. Nach der Reaktivierung müssen Kampagnen praktisch neu aufgebaut werden - mit entsprechendem Zeitaufwand und höheren Anlaufkosten.

FBA-Lagerkosten ohne Umsatz

Ware, die im FBA-Lager liegt und nicht verkauft werden kann, verursacht weiterhin Lagergebühren.
Die Kosten steigen mit der Lagerdauer: Im vierten Quartal können die Sätze für bestimmte Produktkategorien und bei hohem Lagernutzungsgrad auf über 42 Euro pro Kubikmeter ansteigen.
Bereits nach 271 Tagen, beziehungsweise nach 331 Tagen je nach Kategorie, erhebt Amazon einen Zuschlag für veralteten Lagerbestand, der ab 365 Tagen Lagerdauer nochmals deutlich ansteigt.
Für Händler mit größeren Beständen entstehen so innerhalb weniger Wochen erhebliche Kosten - bei Null Umsatz.

Kaskadeneffekt bei Produktvarianten

Amazon bietet Parent-Child- oder Varianten-Listings an, mit denen Händler verschiedene Varianten eines Produkts, etwa Farbe oder Größe, auf einer gemeinsamen Produktdetailseite zusammenfassen können.
Wenn Amazon die Parent-ASIN oder auch nur eine einzelne Variante sperrt, kann das dazu führen, dass alle verknüpften Child-ASINs ebenfalls deaktiviert werden.
Ein einzelnes gesperrtes Produkt kann so das gesamte Variantensortiment lahmlegen.

Reputations- und Vertrauensschäden

Ein plötzlich nicht mehr verfügbares Produkt wirft Fragen auf - bei Stammkunden, bei Geschäftspartnern und bei Lieferanten. Für Händler, die unter einer eigenen Marke verkaufen, ist der Reputationsschaden besonders problematisch. Kunden, die das Produkt nachbestellen wollen und es nicht finden, weichen auf Wettbewerber aus und kommen oft nicht zurück.

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Was Sie jetzt tun müssen: Sofortmaßnahmen bei einer ASIN-Sperrung

Die richtige Reaktion hängt entscheidend davon ab, warum die ASIN gesperrt wurde. Bei einer Schutzrechtsverletzungsmeldung durch einen Dritten ist der Weg ein anderer als bei einer internen Compliance-Prüfung durch Amazon.

Ursache identifizieren und Beweise sichern

Prüfen Sie in der Seller Central unter “Leistung” > “Zustand des Verkäuferkontos”, welcher Grund für die Sperrung angegeben wurde. Sichern Sie Screenshots der Sperrungsmitteilung, der betroffenen ASIN, der Beschwerde-ID und des bisherigen Nachrichtenverlaufs. Wenn eine IP-Beschwerde vorliegt, dokumentieren Sie den Namen der meldenden Partei und die genannte Beschwerde-ID.

Keine vorschnelle Reaktion

Reichen Sie keine übereilte Gegenvorstellung ein. Bei Amazon gilt: Jede Einreichung wird in der Akte dokumentiert. Ein schlecht formulierter erster Versuch schadet mehr, als er nützt. Warten Sie, bis Sie den konkreten Vorwurf verstanden haben und eine fundierte Strategie steht.

Berechtigung der Beschwerde prüfen

Wenn die Sperrung auf einer Schutzrechtsverletzungsmeldung basiert, klären Sie zuerst: Gibt es tatsächlich ein Schutzrecht, das verletzt sein könnte? Ist die angemeldete Marke oder das Design schutzfähig? Wurde das Schutzrecht erst kürzlich angemeldet - möglicherweise ohne echte Benutzungsabsicht? War Ihr Produkt vor der Markenanmeldung bereits auf dem Markt?

Bei einer IP-Beschwerde über Brand Registry oder eine unberechtigte Markenbeschwerde ist die ASIN-Sperre meist nur die operative Oberfläche. Juristisch geht es dann um das Amazon-Infringement-Verfahren: Wer hat gemeldet, welches Schutzrecht wurde genannt, ist eine Retraction erreichbar und muss parallel gegen eine bösgläubige Markenanmeldung vorgegangen werden?

Rücknahme der Beschwerde erwirken

Bei unberechtigten IP-Beschwerden ist der schnellste Weg zur Entsperrung die Rücknahme der Beschwerde durch die meldende Partei selbst. In manchen Fällen beruht die Beschwerde tatsächlich auf einem Missverständnis und lässt sich direkt klären. Wenn die Gegenseite jedoch nicht kooperiert oder Geld für die Rücknahme verlangt, ist das ein starkes Indiz für missbräuchliches Verhalten - und der Punkt, an dem die juristische Eskalation beginnt.

  • Emotional auf die Beschwerde reagieren – Weder Amazon noch die Gegenseite emotional anschreiben. Jede Nachricht wird dokumentiert und kann gegen Sie verwendet werden.
  • Vorschnell eine Gegenvorstellung einreichen – Eine schlecht begründete Gegenvorstellung senkt Ihre Erfolgschancen. Amazon wertet jeden Versuch.
  • Auf eine Geldforderung der Gegenseite eingehen – Zahlungen an Brand-Trolle lösen das Problem nicht dauerhaft und bestätigen das Geschäftsmodell des Erpressers.
  • Listing-Daten im gesperrten Zustand ändern – Änderungen an Titel, Bildern oder Beschreibung während einer laufenden Prüfung können als Verschleierung gewertet werden.

Tipp von Rechtsanwalt Dr. Sener Dincer:

“Die meisten Händler machen den Fehler, sofort auf eigene Faust eine Gegenvorstellung bei Amazon einzureichen - oft unter Zeitdruck und ohne die Beschwerde juristisch eingeordnet zu haben. Dabei entscheidet gerade bei ASIN-Sperrungen die Frage, ob die IP-Beschwerde berechtigt war oder nicht, über den gesamten weiteren Verlauf: Muss ich reagieren - oder kann ich selbst Ansprüche gegen die Gegenseite geltend machen? Diese Weichenstellung sollte nicht auf Basis einer Amazon-Standardmitteilung getroffen werden.”

Wenn Amazon nicht einlenkt: Juristische Hebel gegen die ASIN-Sperrung

Wenn die Gegenvorstellung bei Amazon erfolglos bleibt oder die Sperrung auf einer missbräuchlichen Beschwerde beruht, stehen Ihnen juristische Mittel zur Verfügung, die deutlich über das Amazon-interne Verfahren hinausgehen.

Abmahnung der Gegenseite

Die Abmahnung verfolgt zwei Ziele: Erstens die Rücknahme der Beschwerde bei Amazon, damit die ASIN schnellstmöglich entsperrt wird. Zweitens die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung, damit dieselbe Masche nicht wiederholt wird.

Für die Praxis ist deshalb entscheidend, ob die Schutzrechtsanzeige inhaltlich unberechtigt war und in den Geschäftsbetrieb eingegriffen hat. Dann kann bereits die Plattformmeldung selbst Haftungsrisiken für die meldende Partei auslösen.

Einstweilige Verfügung im Eilverfahren

Genau deshalb ist es entscheidend, frühzeitig die Weichen zu stellen.

Auch wenn zunächst eine außergerichtliche Lösung versucht wird, sollte die gerichtliche Option parallel vorbereitet sein.

Schadensersatz für entgangenen Gewinn

Wie schnell dabei relevante Summen zusammenkommen, zeigt ein Urteil des Landgerichts Düsseldorf.

Praxisbezug: Schadensersatz nach unberechtigter Amazon-Meldung

Der konkrete Schaden hängt anschließend von Verkaufshistorie, Marge und Dauer der Sperrung ab. Gerade bei umsatzstarken Listings kann schon ein kurzer Ausfall wirtschaftlich erheblich sein.

Selbst bei kurzen Sperrungen summiert sich der Schaden bei umsatzstarken Produkten schnell auf fünfstellige Beträge.

Die Berechnung des entgangenen Gewinns stützt sich auf die Verkaufshistorie der gesperrten ASIN: durchschnittlicher Tagesumsatz, Gewinnmarge und Dauer der Sperrung.

Amazon stellt Informationen zur Sperrung und zum Status der betroffenen Listings über die Seller Central zur Verfügung. Da für eine Reaktion oft Fristen von 48 bis 72 Stunden gesetzt werden, ist eine zeitnahe Beweissicherung und Prüfung der Benachrichtigungen für eine erfolgreiche Reaktivierung ratsam.

Markenlöschung beim DPMA oder EUIPO

Das ist das langfristig stärkste Instrument gegen Brand-Trolle, weil es die Grundlage für zukünftige Beschwerden dauerhaft beseitigt.

Ein Löschungsverfahren beim DPMA dauert mehrere Monate.
Es ist daher kein Sofortmittel, sondern eine strategische Ergänzung zur Abmahnung und einstweiligen Verfügung. Zusammen bilden alle drei Instrumente einen Dreiklang, der die Gegenseite sowohl kurzfristig als auch langfristig unter Druck setzt.

Der konkrete Ablauf mit unserer Kanzlei

So gehen wir in der Praxis vor, wenn wir die Entsperrung einer gesperrten ASIN übernehmen. Der Ablauf gibt Ihnen eine realistische Orientierung, wie wir die Beschwerde prüfen, die Gegenvorstellung aufsetzen und den Fall bei Bedarf juristisch eskalieren.

  1. 24 Stunden

    1. Ersteinschätzung

    Prüfung der Sperrungsmitteilung, Analyse der IP-Beschwerde, Bewertung der Schutzrechtslage.

  2. 2-5 Tage

    2. Strategie & Gegenvorstellung

    Juristisch fundierte Gegenvorstellung bei Amazon oder Abmahnung der Gegenseite mit Frist zur Rücknahme.

  3. 1-4 Wochen

    3. Nachverfolgung

    Monitoring der Amazon-Reaktion, Kommunikation mit der Gegenseite, ggf. Markenlöschungsantrag.

  4. Nach Bedarf

    4. Gerichtliche Durchsetzung

    Falls nötig: Einstweilige Verfügung, Schadensersatzklage für entgangenen Gewinn.

Warum scheitern Eigenversuche so häufig?

Viele Händler versuchen zunächst, die ASIN-Sperrung selbst zu lösen. Bei einfachen Compliance-Fällen kann das funktionieren. Bei IP-Beschwerden scheitern Eigenversuche jedoch regelmäßig, weil der Händler die zentrale Frage - war die Beschwerde berechtigt? - nicht juristisch beantworten kann. Eine Gegenvorstellung, die nur erklärt, warum das eigene Produkt keine Verletzung darstellt, ohne die Schutzrechtslage fundiert zu analysieren, überzeugt Amazon selten.

Wischen
KriteriumEigenversuchMit unserer Kanzlei
SchutzrechtsprüfungKeine fundierte Einschätzung möglichVollständige Analyse der Marke, des Designs oder Patents
GegenvorstellungOft abgelehnt mangels juristischer SubstanzJuristisch fundiert, mit Bezug auf Schutzrechtslage
Druck auf die GegenseiteKein DruckmittelAbmahnung, einstweilige Verfügung, Schadensersatzklage
SchadensersatzEntgangener Gewinn bleibt unberücksichtigtBezifferte Schadensersatzforderung
LangfristschutzKeine Absicherung gegen WiederholungStrafbewehrte Unterlassung und Markenlöschung

Die Ersteinschätzung ist kostenfrei. Auf Basis dieser Analyse unterbreiten wir Ihnen ein transparentes Angebot, damit Sie volle Kostenkontrolle behalten.

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Nächste Schritte

Eine ASIN-Sperrung ist für professionelle Amazon-Händler ein ernstes operatives Problem - aber kein unlösbares. Die europäische Regulierung verpflichtet Amazon zu transparenten Verfahren, und die deutsche Rechtsprechung gibt Händlern zunehmend wirksame Instrumente an die Hand, um sich gegen unberechtigte Sperrungen und missbräuchliche IP-Beschwerden zu wehren.

Gerade bei Sperrungen durch Dritte ist die Frage, ob die zugrunde liegende Beschwerde berechtigt war, entscheidend für den gesamten weiteren Verlauf. Diese Einschätzung sollte nicht auf Basis einer Amazon-Standardmitteilung getroffen werden.

Der erste Schritt: Sichern Sie Ihre Unterlagen und senden Sie uns die Sperrungsmitteilung für eine kostenfreie und unverbindliche Ersteinschätzung. Auf dieser Basis sagen wir Ihnen offen, wie wir die Lage bewerten und welche nächsten Schritte jetzt sinnvoll sind.

Antworten

Häufige Fragen (FAQ)

Die wichtigsten Antworten zum Thema, zusammengestellt von unseren Experten.

Wie lange dauert eine ASIN-Sperrung bei Amazon?

Die Dauer hängt vom Auslöser ab. Einfache Compliance-Fälle lassen sich manchmal binnen Tagen lösen. Bei IP-Beschwerden durch Dritte dauert die Klärung ohne anwaltliche Begleitung typischerweise drei bis sechs Wochen. Wenn wir die Entsperrung begleiten, liegt die Bearbeitungszeit oft bei zwei bis vier Wochen.

Kann ich Schadensersatz verlangen, wenn meine ASIN unberechtigt gesperrt wurde?

Ja, wenn die Sperrung auf einer unberechtigten Schutzrechtsverletzungsmeldung beruhte. Wer die Meldung eingereicht hat, haftet für den entgangenen Gewinn während der Sperrung. Deutsche Gerichte haben in vergleichbaren Fällen Schadensersatz im fünfstelligen Bereich zugesprochen.

Was kostet die anwaltliche Vertretung bei einer ASIN-Sperrung?

Die Ersteinschätzung ist bei uns kostenlos. Auf Basis der Analyse Ihrer Situation unterbreiten wir Ihnen ein transparentes Angebot. So haben Sie volle Kostenkontrolle, bevor Sie sich für eine Mandatierung entscheiden.

Was ist der Unterschied zwischen ASIN-Sperrung und Kontosperrung?

Bei einer ASIN-Sperrung wird ein einzelnes Produkt deaktiviert, der restliche Account bleibt aktiv. Bei einer Kontosperrung wird das gesamte Verkäuferkonto deaktiviert. ASIN-Sperrungen werden überproportional oft durch IP-Beschwerden Dritter ausgelöst, Kontosperrungen häufiger durch Performance-Probleme.

Kann ich die ASIN-Sperrung selbst lösen oder brauche ich einen Anwalt?

Bei einfachen Compliance-Fällen können Händler die Sperrung oft selbst beheben. Bei IP-Beschwerden durch Dritte empfehlen wir eine anwaltliche Prüfung, weil die Frage, ob die Beschwerde berechtigt war, juristisches Fachwissen erfordert und über den gesamten weiteren Verlauf entscheidet.

Was tun, wenn ein Konkurrent systematisch meine ASINs sperren lässt?

Systematische ASIN-Sperrungen durch Konkurrenten sind Behinderungswettbewerb. Wir gehen dreigleisig vor: Abmahnung mit Unterlassungsforderung, einstweilige Verfügung bei Gericht und Löschungsantrag gegen die missbrauchte Marke. Zusätzlich dokumentieren wir den Schaden für eine Schadensersatzklage.

Lassen Sie uns Ihre ASIN gemeinsam entsperren.

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Rechtlicher Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Für eine verbindliche Einschätzung Ihrer konkreten Situation kontaktieren Sie uns bitte direkt.

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