So erstellen wir Ihre Geheimhaltungsvereinbarung individuell
Wir erstellen individuelle NDAs für Investor-Pitches, Lieferanten-Gespräche und Kooperationen – GeschGehG-konform und durchsetzbar im Ernstfall.
Bevor Sie in einem Pitch-Meeting Ihr Geschäftsmodell, Ihren Algorithmus oder Ihre Kundenliste offenlegen, haben Sie selten mehr als ein paar Stunden, um den NDA zu prüfen, den die Gegenseite Ihnen auf den Tisch legt. Das Problem ist nicht, dass ein NDA fehlt. Das Problem ist, dass das vorgelegte Dokument meistens aus einer anderen Rechtsordnung stammt, zu Gunsten des Empfängers formuliert ist oder die konkreten Anforderungen des seit 2019 geltenden Geschäftsgeheimnisgesetzes nicht erfüllt. Für die übergreifende Einordnung bietet unsere Rechtsberatung im Vertragsrecht den passenden Rahmen.
Ein schwacher NDA kostet Sie nicht nur Ihre Verhandlungsposition.
Dieser Leitfaden beantwortet drei Fragen:
- Warum ein Muster-NDA im Ernstfall Ihren gesamten Geheimnisschutz nach dem GeschGehG sabotieren kann.
- Welche Klauseln und operativen Begleitmaßnahmen eine belastbare Geheimhaltungsvereinbarung wirklich enthalten muss.
- Wie wir kurzfristig einen individuellen, durchsetzbaren NDA für Ihr anstehendes Gespräch erstellen.
Warum Muster-NDAs 2026 nicht mehr reichen
Ein NDA auf Papier zu haben schützt Sie heute deutlich weniger, als viele Unternehmer glauben. Seit dem Inkrafttreten des Geschäftsgeheimnisgesetzes am 26.
Der Paradigmenwechsel durch das Geschäftsgeheimnisgesetz
Nach § 2 Nr. 1 lit. b GeschGehG ist eine Information nur dann ein Geschäftsgeheimnis, wenn sie Gegenstand von den Umständen nach angemessenen Geheimhaltungsmaßnahmen durch ihren rechtmäßigen Inhaber ist.
Angemessen heißt objektiv, ex ante und dokumentiert
Leitentscheidung zur Angemessenheit
Das OLG Stuttgart hat in seinem Urteil vom 19. November 2020 (Az. 2 U 575/19) entschieden, dass die Angemessenheit von Geheimhaltungsmaßnahmen objektiv und ex ante zu beurteilen ist und als Mindeststandard ein Need-to-Know-Prinzip, eine ausdrückliche Verschwiegenheitsverpflichtung, die Kenntnis der Verpflichteten von dieser Verpflichtung sowie eine physische Sicherung der geheimen Dokumente erfordert.
Ein im Nachhinein aufgefallenes Datenleck kann nach dieser Entscheidung das gesamte Schutzniveau kippen lassen, selbst wenn das Leck im Einzelfall technisch nicht verhinderbar gewesen wäre.
Das LAG Düsseldorf hat in seiner Entscheidung vom 3. Juni 2020 (Az. 12 SaGa 4/20) klargestellt, dass kein Schutz nach dem GeschGehG besteht, wer keine hinreichenden Bestrebungen zum Schutz der Informationen unternimmt oder lediglich darauf vertraut, dass die geheime Information nicht entdeckt werde.
Die AGB-Falle in vorformulierten Standard-NDAs
Genauso heikel ist der umgekehrte Fall: Sie bekommen das NDA nicht selbst vorgelegt, sondern unterschreiben das Standard-Dokument der Gegenseite – typischerweise ein Investor, ein großer Lieferant oder ein Konzern-Partner. Weil dieses Dokument für eine Vielzahl von Verträgen vorformuliert ist, handelt es sich um AGB im Sinne des § 305 BGB. Damit greift die volle Inhaltskontrolle nach §§ 307 ff. BGB.
Das hat zwei Konsequenzen.
Das Bundesarbeitsgericht hat in seinem Urteil vom 17. Oktober 2024 (Az. 8 AZR 172/23) entschieden, dass eine formularmäßig vereinbarte Verschwiegenheitsklausel, die einen Vertragspartner hinsichtlich aller internen Vorgänge zeitlich unbegrenzt zum Stillschweigen verpflichtet, ihn unangemessen benachteiligt und nach § 307 Absatz 1 BGB unwirksam ist.
Konkret bedeutet das für Sie als Mandant: Selbst wenn Sie das strenge NDA der Gegenseite unterschreiben, sind die pauschalsten Klauseln oft gar nicht durchsetzbar – und die Gegenseite verlässt sich im Streitfall auf einen Schutz, den sie gar nicht hat. Wenn Sie jedoch der Absender sind, ist das für Sie ein Eigentor: Ihr Standard-NDA schützt Sie weniger, als Sie denken.
Die typischen Verhandlungssituationen im Überblick
Jede Geheimhaltungsvereinbarung ist so gut wie ihre Passung auf das konkrete Gespräch. Wir sehen in unserer Praxis immer wieder die gleichen sechs Konstellationen – und jede hat eigene rechtliche Anker und operative Risiken. Wenn Sie sich in einer davon wiederfinden, ist es selten der richtige Schritt, einen allgemeinen NDA-Text zu nehmen und auf Ihren Fall anzupassen. Die Klauseln müssen von Anfang an zur Situation passen.
Investoren-Pitch (Seed oder Series A)
Ein Gründer sitzt vor einem Business-Angel-Syndikat oder einem Venture-Capital-Fonds. Der Investor schickt eine Stunde vor dem Termin ein achtseitiges englisches Standard-NDA mit Verweis auf New Yorker oder schweizerisches Recht. Das Dokument schützt auf den ersten Blick beide Seiten, begrenzt aber die Haftung des Investors für Weitergaben an Portfolio-Unternehmen.
Die eigentliche Frage ist selten, ob Sie unterschreiben. Die Frage ist, wie Sie den Pitch so strukturieren, dass Ihre kritischen Informationen erst dann offengelegt werden, wenn die Vereinbarung greift – und was Sie tun, wenn der Investor zwei Monate später mit einem sehr ähnlichen Portfolio-Startup auf den Markt kommt. Der NDA sollte deshalb Zweckbindung, Verwendungsverbote und klare Regelungen für den Fall des Verhandlungsabbruchs enthalten.
Lieferant, OEM oder Fertigungspartner
Ein Hardware-Startup oder ein Mittelständler zeigt einem möglichen Fertigungspartner CAD-Daten, Spezifikationen oder Rezepturen. Der Lieferant legt ein kurzes NDA mit einer Rechtswahl zugunsten eines außereuropäischen Rechtsraums vor. Die Haftungsregel gilt nur bei Vorsatz, nicht bei Fahrlässigkeit – ein typischer Schwachpunkt.
Das OLG Düsseldorf hat mit Urteil vom 11. März 2021 (Az. I-15 U 6/20) festgestellt, dass CAD-Konstruktionszeichnungen in ihrer Gesamtheit ein Geschäftsgeheimnis darstellen können und die nahezu identische Übernahme durch einen ausgeschiedenen Mitarbeiter einen Verstoß gegen § 4 GeschGehG begründet.
Freelancer und externe Entwickler
Sie beauftragen einen iOS-Entwickler, eine Datenagentur oder einen Interim-Manager. Der Zugang zu Repositorien, Kundendaten oder internen Finanzmodellen ist technisch schnell eingerichtet. Der NDA wird oft erst im Nachgang unterschrieben – wenn überhaupt.
Die Schwachstelle ist fast immer die gleiche: Der Freelancer ist formal gebunden, sein möglicher Unterauftragnehmer aber nicht. Ein belastbares NDA regelt deshalb ausdrücklich die Weitergabekette und verpflichtet den Vertragspartner, alle Beteiligten ebenfalls zur Geheimhaltung zu verpflichten.
Joint Venture oder strategische Kooperation
Zwei Unternehmen loten eine gemeinsame Produktentwicklung aus. Beide Seiten sind Partner und Wettbewerber zugleich. Nach einem Abbruch darf keine Seite das Know-how der anderen nutzen, um allein weiterzumachen.
Hier reicht kein unilaterales NDA. Die Vereinbarung muss beide Seiten symmetrisch verpflichten und klar regeln, welche vor Verhandlungsbeginn bekannten Informationen von der Geheimhaltung ausgenommen sind und wie lange die Pflichten nach einem Abbruch fortbestehen. Eine Laufzeit von pauschal zwei Jahren ist für technisches Know-how oft deutlich zu kurz.
Franchise-Anbahnung und Lizenzgespräche
Ein Franchisor zeigt Interessenten Betriebshandbücher, Kalkulationen und Lieferantenlisten, lange bevor ein Franchise-Vertrag existiert.
Design-Agentur, Werbepartner oder PR-Agentur
Kreativpartner verarbeiten häufig Produkt-Roadmaps, ungelaunchte Marken und Kunden-Insights. Gleichzeitig wollen sie das Ergebnis später in ihrem Portfolio zeigen. Ein pauschales Stillschweige-NDA wird in der Praxis häufig nachverhandelt oder sogar ignoriert. Besser ist eine Lösung mit gestuften Veröffentlichungsrechten: Freigabe nur für bestimmte Kategorien, zeitversetzte Portfolio-Erwähnung, ausdrücklicher Ausschluss von Case Studies ohne Zustimmung.
Sie stehen unmittelbar vor einem dieser Gespräche? Senden Sie uns das vorgelegte NDA – wir prüfen es noch am selben Tag und erstellen bei Bedarf eine eigene Fassung.
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- Kein Risiko, 100% vertraulich
Die kritischsten Fehler in Muster- und Standard-NDAs
Die folgenden Schwachstellen sehen wir in nahezu jedem Muster-NDA und in vielen Standard-Dokumenten großer Unternehmen. Sie führen im Streitfall dazu, dass der NDA entweder gar nicht greift oder dass der gesetzliche Geheimnisschutz mitverloren geht.
- Zu weite oder zu enge Definition vertraulicher Information. – Ein Allumfassungs-Satz wie 'alle Informationen, die Sie erhalten, gelten als vertraulich' macht den NDA nach aktueller Rechtsprechung in weiten Teilen unwirksam.
- Fehlende Zweckbindung. – Ohne klare Zweckvorgabe darf der Empfänger Ihre Informationen theoretisch für beliebige Analysen, Benchmarking oder interne Weitergaben nutzen.
- Unklare Laufzeit und keine Regelung nach Verhandlungsabbruch. – Viele Muster verlängern die Geheimhaltung nicht über das Verhandlungsende hinaus oder regeln nicht, ob Kopien vernichtet oder zurückgegeben werden müssen.
- Unrealistische oder fehlende Vertragsstrafe. – Pauschale Beträge ohne Bezug zum Schutzinteresse werden von Gerichten regelmäßig als unangemessen eingestuft – insbesondere in AGB.
- Keine Ankopplung an operative Schutzmaßnahmen. – Der NDA verpflichtet zum Schweigen, benennt aber keine konkreten Zugriffskontrollen, Speicherorte oder Löschpflichten – ein klassischer Angriffspunkt im Prozess.
- Fehlender Ausschluss öffentlich bekannter Informationen. – Ohne klare Ausnahmen streiten die Parteien später darüber, was wirklich geschützt war – ein teurer Auslegungskonflikt.
- Ungeeigneter Gerichtsstand und Rechtswahl. – Englische oder außereuropäische Klauseln machen die Durchsetzung für deutsche Parteien faktisch unmöglich oder unverhältnismäßig teuer.
Besonders die Vertragsstrafe hat durch eine aktuelle höchstrichterliche Entscheidung weiter an Bedeutung gewonnen.
Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 15. Februar 2024 (Az. VII ZR 42/22) klargestellt, dass eine formularmäßige Vertragsstrafenklausel, deren Höhe ausschließlich an der Auftragssumme und nicht an der tatsächlich verdienten Vergütung des Auftragnehmers ausgerichtet ist, den Vertragspartner unangemessen benachteiligt und deshalb nach § 307 Absatz 1 BGB unwirksam ist, ohne dass eine geltungserhaltende Reduktion in Betracht kommt.
Für NDAs bedeutet das konkret: Pauschale Strafbeträge ohne Staffelung nach Schwere oder ohne Bezug zum konkreten Schutzinteresse fallen im Prozess häufig komplett weg. Statt der erhofften Strafwirkung bleibt nur der normale Schadensersatzanspruch mit voller Beweislast beim Geheimnis-Inhaber.
Die oft unterschätzten Folgen eines schwachen NDAs
Ein fehlerhaft konstruierter NDA fällt selten sofort auf. Die Schäden werden meist erst Monate später sichtbar – dann, wenn die Gegenseite Informationen verwendet und eine rechtliche Reaktion eigentlich fällig wäre.
Verlust des gesetzlichen Geheimnisschutzes
Das ist die am meisten unterschätzte Konsequenz. Wenn ein Gericht feststellt, dass Ihre Geheimhaltungsmaßnahmen nicht angemessen waren, entfällt nicht nur der Anspruch aus dem NDA, sondern der gesamte Schutz als Geschäftsgeheimnis. Damit verlieren Sie auch Ansprüche auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz nach dem GeschGehG gegen Dritte, die gar nicht Ihre Vertragspartner sind. Der NDA war also nicht nur vertraglich schwach – er hat den gesetzlichen Schutz gleich mitbeschädigt.
Beweislast im Streitfall
Ein schwammig formulierter NDA zwingt Sie im Prozess dazu, jede einzelne Information als vertraulich einzuordnen und zu belegen, dass sie zum Zeitpunkt der Offenbarung nicht allgemein bekannt war. Das ist in der Praxis extrem aufwändig. Ohne klare Definition, ohne Dokumentenkennzeichnung und ohne eine belastbare Zweckbindung verliert sich der Prozess in Auslegungsfragen – zulasten des Geheimnis-Inhabers, nicht des Verletzers.
Operative Folgeschäden
Der eigentliche wirtschaftliche Schaden entsteht selten durch die Offenbarung selbst, sondern durch ihre Kettenwirkung. Ein abgeflossenes Pricing-Modell landet bei Wettbewerbern und führt zu gezielter Unterbietung. Eine kopierte Produkt-Roadmap verschiebt den Markteintritt Ihres eigenen Features um Monate. Eine weitergegebene Kundenliste führt dazu, dass Wettbewerber Ihre Mandanten gezielt abwerben. Und eine offenbarte Finanzplanung sitzt in der nächsten Finanzierungsrunde auf der Gegenseite des Tischs.
Reputationsschaden und Verhandlungsverlust
In der Gründer- und Mittelstandsszene spricht sich herum, wer sein Know-how nicht konsequent schützt. Spätere Investoren oder Kooperationspartner verlangen dann strengere Bedingungen, stellen kritischere Fragen oder ziehen sich ganz zurück. Der Schaden ist nicht nur rechtlich messbar, sondern zeigt sich in der Qualität der Gespräche, die Sie in den Folgemonaten noch führen können.
Was ein anwaltlich erstellter NDA leistet
Ein individuell gestalteter NDA ist nicht länger oder juristischer als ein Muster – häufig sogar kürzer. Was er besser macht, ist die Verzahnung von Klauseltext und Ihrer konkreten Verhandlungssituation. Die erste Frage ist dabei immer, wer überhaupt welche Informationen offenbart.
| Kriterium | Unilateraler NDA | Bilateraler NDA |
|---|---|---|
| Geeignete Situation | Nur eine Seite offenbart wirklich sensible Daten, etwa Auftraggeber an Freelancer oder Franchisor an Interessent. | Beide Seiten tauschen sensible Daten aus, etwa bei Investor-Pitches, Joint Ventures oder strategischen Kooperationen. |
| Risiko bei falscher Wahl | Eigene Daten, die später doch von der Gegenseite fließen, sind ungeschützt. | Unnötig breite Verpflichtungen, die beide Seiten operativ ausbremsen. |
| Typische Fehlentscheidung | Gründer unterschreiben unilaterale Investor-NDAs, ohne eigene Informationen einzubeziehen. | Freelancer-Verträge werden bilateral ausgestaltet, obwohl die Agentur gar kein schutzwürdiges Interesse hat. |
| Spätere Verhandlungsmacht | Schwach, sobald die Informationsasymmetrie kippt. | Stark, weil beide Seiten Druckmittel haben. |
Die richtige Wahl zwischen unilateraler und bilateraler Vereinbarung ist kein Detail, sondern bestimmt die gesamte Verhandlungsarchitektur. In unserer Praxis klären wir das deshalb immer vor dem Entwurf – und nicht erst beim Review.
Die fünf Bausteine, die jeder belastbare NDA enthält
Ein professionell erstellter NDA ist der Ort, an dem die Rechtsprechung zur Angemessenheit nach § 2 Nr. 1 lit. b GeschGehG, die AGB-Kontrolle und Ihr operatives Geschäftsmodell zusammenkommen. Wir bauen fünf Kernbausteine individuell:
- Definition des Schutzgegenstands. Statt pauschaler Catch-all-Formulierungen arbeiten wir mit Kategorien und Beispielen, die zu Ihrem Unternehmen passen – etwa konkrete Datensätze, Quellcode-Module, Kalkulationsmodelle oder Herstellungsverfahren.
- Zweckbindung und Verwendungsverbot. Die Gegenseite darf Ihre Informationen nur für das konkret vereinbarte Gespräch nutzen. Jede weitere Nutzung, etwa für interne Marktanalysen oder Konkurrenzprüfungen, wird ausdrücklich ausgeschlossen.
- Abgestufte Vertragsstrafe. Statt eines Pauschalbetrags schlagen wir gestaffelte Strafen vor, die zur Schwere des Verstoßes und zum wirtschaftlichen Wert der Information passen. Das überlebt die AGB-Kontrolle und erhält die Druckwirkung.
- Rückgabe- und Löschpflichten. Nach Verhandlungsabbruch werden Dokumente vernichtet, Zugriffsrechte entzogen und Bestätigungen ausgetauscht. Das ist kein bürokratisches Detail, sondern Beweisgrundlage für den Geheimnisschutz.
- Operative Maßnahmen als Brücke zum GeschGehG. Der NDA benennt die Schutzmaßnahmen, zu denen die Gegenseite verpflichtet ist – etwa Zugriffsbeschränkung, getrennte Ablage, Protokollierung. Damit schließen wir die Lücke zwischen Vertrag und den objektiven Anforderungen der Rechtsprechung.
Tipp von Rechtsanwalt Dr. Sener Dincer:
„Die meisten Mandanten kommen zu spät zu uns – nicht erst, nachdem das Geheimnis weg ist, sondern erst, nachdem sie das NDA der Gegenseite bereits unterschrieben haben. Wer uns eine Stunde vor dem Meeting anruft, bekommt meist noch einen tragfähigen Vorschlag. Wer uns zwei Tage später kontaktiert, verhandelt aus der schwächeren Position nach. Wir behandeln NDA-Anfragen deshalb priorisiert – besonders kurz vor Investor-Pitches oder Lieferanten-Calls.”
Sprache, Recht und Gerichtsstand bewusst wählen
Für deutsche Parteien ist deutsches Recht mit deutschem Gerichtsstand in der Regel die beste Wahl – nicht aus Nationalismus, sondern aus Effizienz. Prozesse vor einem deutschen Landgericht sind verständlich, vorhersehbar und oft kostengünstiger als internationale Schiedsverfahren. Nur wenn auf der Gegenseite ein ausländisches Unternehmen sitzt, lohnt sich eine differenzierte Diskussion über neutrale Foren, Schiedsklauseln oder gemischte Lösungen.
Gleiches gilt für die Sprache. Ein zweisprachiges NDA mit deutscher verbindlicher Fassung und englischer Arbeitsfassung ist in internationalen Verhandlungen oft der tragfähigste Kompromiss. Reine englische Versionen mit deutscher Rechtswahl funktionieren ebenfalls, setzen aber voraus, dass die juristische Terminologie sauber übersetzt ist – ein klassischer Bereich, in dem Muster-Übersetzungen im Streitfall auseinanderfallen.
Wenn Ihr Geheimnis bereits offenbart wurde
Sie bemerken, dass ein Wettbewerber plötzlich mit Informationen am Markt ist, die er nur aus Ihrem Gespräch haben kann. Oder ein ausgeschiedener Mitarbeiter taucht beim direkten Konkurrenten mit technischen Unterlagen auf.
Sofortmaßnahmen: Beweise sichern, keine Konfrontation
Der erste Reflex ist fast immer falsch. Kontaktieren Sie die Gegenseite nicht selbst. Konfrontative E-Mails ohne juristische Vorbereitung führen dazu, dass belastende Kommunikation vernichtet oder angepasst wird. Sichern Sie stattdessen alle Beweise: Screenshots der öffentlich sichtbaren Produkte, Zeitstempel Ihrer eigenen Unterlagen, Kommunikationsverläufe und, falls vorhanden, die NDA-Korrespondenz.
Außergerichtliche Abmahnung
In vielen Fällen ist der schnellste wirksame Schritt eine anwaltliche Abmahnung mit konkreter Unterlassungsaufforderung und einer angemessenen Vertragsstrafe-Androhung. Ein großer Teil der Fälle wird an diesem Punkt beigelegt – nicht, weil die Gegenseite einsichtig ist, sondern weil die rechtlichen Risiken einer Eskalation die erwarteten Gewinne übersteigen.
Einstweilige Verfügung nach § 6 GeschGehG
Das Geschäftsgeheimnisgesetz enthält keine Dringlichkeitsvermutung für einstweilige Verfügungen nach § 6 GeschGehG, sodass die Dringlichkeit im Einzelfall nach §§ 935, 940 ZPO glaubhaft gemacht werden muss.
Für Sie als Mandant bedeutet das: Ein NDA ersetzt nicht die gerichtliche Durchsetzung, aber er ergänzt sie.
Schadensersatz mit dreifacher Schadensberechnung
Der wirtschaftliche Hebel liegt in der Wahlmöglichkeit bei der Schadensberechnung.
So läuft die Erstellung eines NDAs bei uns ab
Unser Prozess ist bewusst kompakt gehalten, weil NDA-Anfragen häufig zeitkritisch sind. Für die meisten Fälle reichen vier Schritte, die innerhalb weniger Tage abgeschlossen sind.
So läuft die NDA-Erstellung bei uns ab
- Kostenlos
1. Kurzes Erstgespräch
Wir klären in 20 bis 30 Minuten die Verhandlungssituation, die sensiblen Informationen und den Zeithorizont Ihres Gesprächs. Unverbindlich und kostenfrei.
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2. Individueller Entwurf
Wir erstellen einen auf Ihre Situation zugeschnittenen NDA – unilateral oder bilateral, deutsch oder zweisprachig, mit abgestufter Vertragsstrafe und operativen Schutzmaßnahmen.
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3. Abstimmung und Feinschliff
Falls die Gegenseite Änderungen vorschlägt, prüfen und verhandeln wir auf Ihrer Seite, ohne dass Sie selbst juristisch in die Debatte gehen müssen.
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4. Finaler NDA und Begleitmaterial
Sie erhalten die unterschriftsreife Vereinbarung plus eine Checkliste für die operativen Maßnahmen, die den Schutz nach dem GeschGehG absichern.
Viele Mandanten versuchen zunächst, das NDA selbst zu überarbeiten – oft nachts vor dem Termin am nächsten Morgen. Das Ergebnis ist meist ein Kompromiss zwischen dem Muster-Text, der Unsicherheit über die aktuelle Rechtsprechung und dem Druck, die Verhandlung nicht platzen zu lassen. Unser Vorteil ist nicht nur die juristische Tiefe, sondern auch die Verhandlungserfahrung: Wir wissen, welche Klauseln Investoren und große Konzerne typischerweise akzeptieren und welche nicht – und wie man sie trotzdem in Ihrem Interesse bewegt.
| Kriterium | NDA aus dem Muster | NDA von unserer Kanzlei |
|---|---|---|
| Passung auf Ihr Geschäftsmodell | Allgemein gehalten, oft aus anderer Branche adaptiert. | Individuell auf Ihre sensiblen Daten und Prozesse zugeschnitten. |
| GeschGehG-Konformität | Angemessene Maßnahmen nicht dokumentiert, Schutz gefährdet. | Operative Maßnahmen im NDA verankert, Rechtsprechung berücksichtigt. |
| Vertragsstrafenklausel | Pauschal, oft im AGB-Kontext unwirksam. | Abgestuft und schwere-adäquat, hält der Inhaltskontrolle stand. |
| Verhandlungsposition gegenüber Gegenseite | Defensiv, jede Nachverhandlung wirkt unvorbereitet. | Vorbereitet, mit klar formulierten Fallback-Positionen. |
| Durchsetzbarkeit im Ernstfall | Auslegungsstreit über jede Klausel, hohes Prozessrisiko. | Klare Anspruchsgrundlage, kurzer Weg zu einstweiliger Verfügung und Schadensersatz. |
Die Ersteinschätzung ist bei uns kostenfrei. Auf Basis dieser Analyse unterbreiten wir Ihnen ein transparentes Angebot, damit Sie volle Kostenkontrolle behalten – gerade bei kurzfristigen Anfragen vor Investor-Pitches oder Lieferanten-Calls.
Sie benötigen kurzfristig einen individuellen NDA? Senden Sie uns die geplante Verhandlungssituation – wir melden uns innerhalb weniger Stunden.
Kostenlose Anfrage- Kostenlos beraten
- Kein Risiko, 100% vertraulich
NDA im Kontext eines Unternehmensverkaufs
Ein Sonderfall verdient eigenständige Erwähnung. Wenn Sie einen Unternehmensverkauf, eine Beteiligungstransaktion oder eine klassische M&A-Situation planen, ist der NDA nur Phase 0 einer längeren Vertragsstrecke – gefolgt von Absichtserklärung, Due Diligence und dem eigentlichen Kaufvertrag. In diesen Fällen ist die Geheimhaltungsvereinbarung zwar ebenfalls kritisch, aber nicht isoliert zu betrachten. Für diese Konstellation haben wir eine eigene Seite, auf der wir den gesamten Transaktionsprozess beleuchten: Unternehmenskaufvertrag und M&A-Beratung. Dort ist der NDA nur einer von mehreren Bausteinen – an dieser Stelle bleiben wir beim isolierten NDA für alle anderen Verhandlungssituationen.
Nächste Schritte
Ein belastbarer NDA ist keine bürokratische Pflichtübung, sondern die Grundlage dafür, dass Sie in wichtigen Gesprächen offen sprechen können, ohne Ihr wertvollstes unternehmerisches Kapital – Ihr Wissen – zu verlieren.
Wenn Sie unmittelbar vor einem Pitch, einer Kooperation, einer Ausschreibung oder einem Onboarding stehen, lohnt sich ein kurzes Gespräch mehr als jede weitere Recherche. Wir prüfen Ihre Situation, zeigen Ihnen die rechtlichen Hebel und bauen in der Regel innerhalb eines Werktags eine Vereinbarung, die auch im Ernstfall trägt. Senden Sie uns das vorgelegte Dokument, eine kurze Beschreibung des geplanten Gesprächs oder einfach die Kernfrage – wir melden uns kurzfristig mit einer Ersteinschätzung zurück.