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Kanzlei für Wettbewerbsrecht · Köln

Irreführende Werbung: Abmahnung abwehren und § 5 UWG Tatbestand verstehen

Rechtsanwalt Dr. Sener Dincer mit Fokus auf Wettbewerbsrecht, lauterkeitsrechtliche Verteidigung und strategische Prüfung von Werbeaussagen.

5,0/5 aus 74 Bewertungen

Hinweis zu den Bewertungen

Transparenz zur Quelle und Prüfung

5,0/5 aus 74 öffentlich sichtbaren Bewertungen auf Google (43) und anwalt.de (31), Stand Juni 2026. Wir prüfen diese Bewertungen nicht selbst auf Echtheit; es gelten die Prüfprozesse der Plattformen.

Google: 43 anwalt.de: 31 Stand Juni 2026
24h Ersteinschätzung
§ 5 UWG-Expertise
Wettbewerbsrecht
Erfahrener Rechtsanwalt

So verteidigen wir Sie bei einer Abmahnung wegen § 5 UWG

Abmahnung wegen irreführender Werbung erhalten? Wir prüfen Aktivlegitimation, Tatbestand, Streitwert und Rechtsmissbrauch nach § 5 UWG.

Sie haben ein Schreiben erhalten, in dem Ihnen ein Mitbewerber, die Wettbewerbszentrale, der IDO-Verband oder eine Verbraucherzentrale vorwirft, irreführend zu werben. In der Regel liegt eine kurze Frist auf dem Tisch, eine vorformulierte Unterlassungserklärung und eine Kostenrechnung über mehrere hundert bis mehrere tausend Euro. Gleichzeitig läuft Ihre Kampagne weiter, Listings sind live, Anzeigen schalten. Das ist die typische Ausgangslage bei einer Abmahnung wegen § 5 UWG. Der wirtschaftliche Schaden, der durch vorschnelles Unterschreiben oder durch Ignorieren entsteht, übertrifft fast immer die eigentliche Abmahnkostenforderung. Für Unternehmen in der Region verbindet unsere Beratung im Wettbewerbsrecht in Köln die akute Verteidigung mit einer belastbaren Korrektur der Werbeaussagen.

Diese Seite beantwortet drei Fragen:

  • Wann ist Werbung im rechtlichen Sinne irreführend und wo verläuft die Grenze zwischen zulässiger Spitzenstellungsbehauptung, Blickfangwerbung und einem harten § 5 UWG-Verstoß?
  • Was müssen Sie in den ersten 48 Stunden nach Erhalt der Abmahnung tun und welche Reflexe sind teuer?
  • Welche juristischen Hebel kommen in Betracht, wenn die Abmahnung selbst rechtsmissbräuchlich, die Unterlassungserklärung zu weit gefasst oder der Streitwert unangemessen ist?

Wir führen diese Seite bewusst als Hybrid: als Einordnung des Tatbestands für Marketingverantwortliche und Justiziare, die vor einem Kampagnen-Launch Sicherheit brauchen, und zugleich als Verteidigungs-Leitfaden für Abgemahnte und Mitbewerber, die ihre Rechtsposition prüfen wollen.

Wann ist Werbung nach § 5 UWG irreführend?

Die dreistufige Prüfung: Angabe, Irreführung, Relevanz

Der Verbraucherleitbild-Maßstab

Bei einer Werbung für eine Maschine mit einem Investitionsvolumen von mehreren hunderttausend Euro wird ein anderes Maß an Prüfbereitschaft unterstellt als bei einem impulsgetriebenen Kauf an der Supermarktkasse.

Das ist oft entscheidend, wenn wir in der Verteidigung argumentieren, dass eine Aussage gegenüber einem Fachpublikum die Fehlvorstellung gerade nicht auslöst, die ein Konsumenten-Maßstab unterstellen würde.

§ 5 UWG gegen § 5a UWG: aktive Irreführung gegen Verschweigen

In der Praxis stützen sich Abmahnungen oft auf beide Normen zugleich, weil ein Sachverhalt sowohl aktive Täuschung als auch Verschweigen sein kann.

Beispiel: Wer mit “100 Prozent klimaneutral” wirbt, täuscht aktiv über das Ausmaß der Reduktion. Wer zugleich nicht offenlegt, dass die Neutralität ausschließlich über Kompensationszertifikate erzeugt wurde, verschweigt eine wesentliche Information. Beide Angriffe greifen parallel und addieren sich zum Streitwert.

Abmahnung gerade eingegangen?

Unterschreiben Sie die vorformulierte Unterlassungserklärung nicht ungeprüft. Sie bindet Sie in der Regel lebenslang und löst bei jedem künftigen Verstoß eine Vertragsstrafe aus. Gleichzeitig ist das Ignorieren der Frist kein Ausweg, weil eine einstweilige Verfügung binnen Tagen ergehen kann. Wir prüfen kostenfrei, ob die Abmahnung berechtigt ist, ob der Streitwert realistisch ist und ob Rechtsmissbrauch im Raum steht.

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Welche Fallmuster lösen die meisten Abmahnungen aus?

Die Rechtsprechung zu § 5 UWG ist über Jahrzehnte angewachsen, aber in der Praxis taucht derselbe Zirkel von Fallmustern immer wieder auf. Wer diese Muster kennt, erkennt sowohl seine eigene Abmahnrealität als auch die Risiken einer noch nicht geprüften Werbekampagne wieder.

Blickfangwerbung und Aufklärungspflicht

Blickfangwerbung fällt dann unter § 5 UWG, wenn der prominent herausgestellte Werbebestandteil allein eine Fehlvorstellung erzeugt und die notwendige Aufklärung nicht auf derselben Wahrnehmungsebene liegt. Die bislang weitreichendste Konkretisierung liefert das aktuelle BGH-Grundsatzurteil zur Klimaneutralitäts-Werbung.

Grundsatzentscheidung zur umweltbezogenen Blickfangwerbung

Aufklärende Hinweise außerhalb der umweltbezogenen Werbung reichen nicht aus. QR-Codes, Fußnotenlinks und Verweise auf eine externe Unternehmensseite genügen dem Maßstab nicht.

Diese Linie hat das Oberlandesgericht Düsseldorf wenige Monate später konsequent ausgedehnt.

Für Werbekommunikation im Transport-, Logistik-, Hosting- und Energiesektor ist das die relevante Leitentscheidung.

Verpackungen, Produktdetailseiten, Investor Decks, ESG-Broschüren und Angebotsunterlagen gehören vor einem großen Kampagnen-Launch auf den Prüfstand.

Alleinstellungs- und Spitzengruppenbehauptungen

Die zweite klassische Abmahn-Kategorie sind Nummer-Eins-Aussagen.

Diese Linie wird in der aktuellen Rechtsprechung konsequent fortgeführt.

Betroffen sind Aussagen wie “Deutschlands führender Anbieter”, “Nr. 1 in der Branche”, “Der einzige mit…” oder scheinbar weichere Varianten wie “die präziseste Lösung”.

Liegt diese Dokumentation nicht vor, ist die Verteidigung gegen eine inhaltliche Unterlassungsverfügung schwierig. Häufig bleibt dann nur noch der Weg über die Rechtsmissbrauchs- und Streitwert-Argumentation.

Selbstverständlichkeits-Werbung

Ein in der Praxis unterschätzter Tatbestand: Werbung mit gesetzlichen Pflichten als angeblichem USP.

In der Online-Praxis betrifft das Aussagen wie “DSGVO-konform”, “SSL-verschlüsselte Bezahlung”, “gesetzliche Gewährleistung inklusive” oder “CE-gekennzeichnet”, wenn die beworbene Eigenschaft für den Marktzutritt ohnehin Pflicht ist. Die Abmahnungen in diesem Bereich kommen regelmäßig von Mitbewerbern, die sich durch die vermeintliche USP-Kommunikation verdrängt sehen.

Preiswerbung und Streichpreise

Greenwashing und die EmpCo-Verschärfung 2026

Die europäische Regulierung verschiebt das Umwelt-Werberecht 2026 erneut.

Wer seine Claims erst nach der ersten Abmahnung auf die neue Linie anpasst, hat bis dahin eine lebenslang bindende Unterlassungserklärung unterschrieben.

Sonderfall: B2B-Werbung und Fachkreise

Einkaufsentscheider, technische Fachkreise und Justiziare prüfen Werbeaussagen erfahrungsgemäß intensiver, verfolgen über längere Zeiträume Referenzkunden und holen Angebote vergleichend ein. Das erleichtert es, in der Verteidigung darzulegen, dass eine konkrete Aussage bei einem Fachpublikum die behauptete Fehlvorstellung gerade nicht auslöst.

Diese Argumentation trägt jedoch nicht pauschal. Sie muss für jede einzelne Werbeaussage mit dem tatsächlichen Kommunikationskontext (Fachzeitschrift, Ausschreibungsunterlage, Messeflyer, Fachportal-Post) belegt werden. Wir prüfen vor jeder Antwort auf eine Abmahnung, ob dieser Hebel verfügbar ist und ob er den vorgeworfenen Tatbestand tatsächlich entkräftet oder nur abmildert.

Welche Folgen hat eine Abmahnung wegen irreführender Werbung wirklich?

Der sichtbarste Teil einer Abmahnung ist die Kostenforderung, aber in der Praxis entstehen die größeren Schäden an drei anderen Stellen: bei der Unterlassungserklärung, bei der Trittbrettfahrer-Welle und bei operativen Blockaden auf Werbeplattformen.

Die Unterlassungserklärung: der lebenslange Schatten

Eine vorformulierte Unterlassungserklärung ist kein Einzeldokument, sie ist ein Dauer-Vertrag.

Wichtig: Viele vorformulierte Unterlassungserklärungen gehen inhaltlich deutlich über die tatsächlich abgemahnte Verletzung hinaus.

Wer die Erklärung ungeprüft unterschreibt, kann damit Aussagen aus dem eigenen Portfolio blockieren, die er gar nicht aufgeben wollte. Genau deshalb lohnt es sich, die Erklärung modifiziert abzugeben statt sie zu übernehmen.

Trittbrettfahrer: die zweite Abmahn-Welle

Das psychologisch und wirtschaftlich gefährlichste Phänomen ist die Trittbrettfahrer-Welle.

Abmahn-Datenbanken und spezialisierte Kanzleien werten öffentlich gewordene Unterlassungserklärungen systematisch aus.
Sobald eine Formulierung dort auftaucht, folgt häufig innerhalb weniger Monate eine Serie weiterer Abmahnungen gegen denselben Händler für kerngleiche Aussagen in benachbarten Produkten oder Kanälen. Wer einmal im System ist, wird mehrfach getroffen.

Genau in diesen Konstellationen lohnt sich eine präzise formulierte modifizierte Unterlassungserklärung, die den Bereich der erfassten Aussagen so eng wie möglich hält. Wir prüfen in der Vertretung systematisch, welche Produktlinien, Kampagnen und Kanäle die ursprüngliche Abmahnung überhaupt betrifft und welche eben nicht.

Operative Folgeschäden: Plattformen, Kampagnen, Reputation

Neben den rein juristischen Folgen entstehen operative Schäden, die viele Unternehmen im Erstschock unterschätzen.

Google Ads und Meta Ads pausieren Anzeigen automatisch, sobald eine beanstandete Aussage als Policy-Verstoß klassifiziert wird.
Amazon und eBay löschen gemeldete Listings oft kurzfristig, insbesondere bei klaren Richtlinienverstößen, und Seller-Accounts geraten regelmäßig unter Review.
Bei laufenden Influencer-Kooperationen und bereits abgerechneten Produktionen entstehen Rückforderungsrisiken, wenn Posts nachträglich gelöscht werden müssen.

Intern wirkt jede Abmahnung zusätzlich als Störung in einem laufenden Kampagnen-Prozess. Marketing-Teams beginnen, sich gegen künftige Kampagnen-Ideen zu versichern, Freigabeprozesse werden schwerfälliger, Budgets verschieben sich Richtung sichere Formate. Das ist ein Wettbewerbsnachteil gegenüber Mitbewerbern, die ihre Kampagnen von Anfang an lauterkeitsrechtlich sauber aufstellen.

Tipp von Rechtsanwalt Dr. Sener Dincer:

“Der größte Fehler nach einer Abmahnung wegen irreführender Werbung ist nicht die zu schnelle, sondern die zu weite Unterlassungserklärung. Wer die vorformulierte Version unterschreibt, bindet sein Unternehmen häufig an Aussagen, die gar nicht abgemahnt wurden. Wir arbeiten deshalb ausnahmslos mit modifizierten Erklärungen, die den konkreten Verletzungskern erfassen, aber den Rest der Werbekommunikation freihalten.”

Unterlassungserklärung liegt vor? Wir prüfen den Bindungsumfang, bevor Sie unterschreiben.

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Abmahnung erhalten? So bauen wir Ihre Verteidigung auf

Wenn eine Abmahnung wegen § 5 UWG eingeht, gibt es drei Entscheidungen, die in den ersten 48 Stunden fallen müssen: Ist die Abmahnung berechtigt, wie weit soll eine Unterlassungserklärung reichen und ist die Gegenseite überhaupt aktivlegitimiert. Auf diesen drei Fragen baut unsere Verteidigung auf.

Die 7 Fragen, die wir zuerst prüfen

Wir prüfen jede Abmahnung systematisch gegen dieselben sieben Leitfragen. Sie entscheiden darüber, ob die Abmahnung inhaltlich haltbar ist und welche Gegenstrategie den geringsten langfristigen Schaden verursacht.

  • Ist die Gegenseite aktivlegitimiert? – Mitbewerber muss Waren oder Dienstleistungen in nicht unerheblichem Maße anbieten und in einem echten Wettbewerbsverhältnis stehen. Qualifizierte Wirtschaftsverbände müssen auf der Liste des Bundesamts für Justiz geführt sein.
  • Liegt überhaupt eine Irreführung im Rechtssinn vor? – Die dreistufige Prüfung Angabe, Irreführung, Relevanz muss für jeden abgemahnten Satz einzeln durchgehen. Zielgruppe, Kontext und Verbraucherleitbild sind entscheidend.
  • Ist die vorformulierte Unterlassungserklärung zu weit? – Viele Vorlagen erfassen ganze Produktkategorien oder jede kerngleiche Aussage. Das ist die häufigste Falle.
  • Ist der Streitwert angemessen? – Gerichte reduzieren zu hohe Streitwerte regelmäßig, was sowohl die Kostenerstattung als auch spätere Vertragsstrafen beeinflusst.
  • Liegt Rechtsmissbrauch nach § 8c UWG vor? – Serien-Abmahnungen, überhöhte Streitwerte, zu weite Unterlassungsverpflichtung oder Abspaltung zusammenhängender Verstöße in mehrere Abmahnungen sind Regelbeispiele.
  • Greift die Kostenerstattungs-Schranke des § 13 Abs. 4 UWG? – Bei bestimmten Erstabmahnungen durch Mitbewerber gegenüber kleinen Unternehmen entfällt der Kostenerstattungsanspruch.
  • Wurden Fristen und Formerfordernisse eingehalten? – Unvollständige Pflichtinhalte der Abmahnung führen unter Umständen zur Unwirksamkeit und zum Gegenanspruch.

Genau diese sieben Fragen sind die Grundlage unserer Ersteinschätzung. In vielen Fällen fällt die Entscheidung zugunsten einer eng formulierten modifizierten Unterlassungserklärung. In anderen Fällen ist die Abmahnung so unsauber, dass wir aktiv zurückweisen, die Kostenerstattung ablehnen und uns auf eine Reaktion der Gegenseite vorbereiten.

Typische Fehler, die wir in den ersten Tagen verhindern

Wer die ersten 48 Stunden selbst übernimmt, macht erfahrungsgemäß eine bestimmte Gruppe von Fehlern, die später teuer werden.

  • Vorformulierte Unterlassungserklärung ungeprüft unterschreiben – Bindet das Unternehmen oft an weiter gehende Aussagen als abgemahnt und löst die Vertragsstrafen-Kaskade aus.
  • Mit der Gegenseite telefonieren – Sätze wie 'das machen doch alle' oder 'das war nur Marketing' sind faktische Schuldeingeständnisse und werden dokumentiert.
  • Produktlistings, Werbeanzeigen oder Posts hektisch löschen – Beseitigt nicht die Wiederholungsgefahr, zerstört aber Beweise, Ranking und Listing-Historie.
  • Webseite auf gut Glück umschreiben – Die nächste Formulierung ist oft genauso angreifbar. Eine juristische Prüfung muss der Anpassung vorausgehen, nicht folgen.
  • Eigene Unterlassungserklärung ohne anwaltliche Prüfung formulieren – Falsche Vorbehalte, offene Fristen oder fehlerhafte Verletzungskerne führen dazu, dass die Erklärung die Wiederholungsgefahr nicht beseitigt.
  • Die Frist verstreichen lassen – Eine einstweilige Verfügung kann ohne vorherige Anhörung ergehen und bringt einen sofortigen Werbe-Stopp mit voller Kostenlast.

Genau deshalb beginnen wir die Vertretung mit einer 24-Stunden-Triage, bevor irgendeine Äußerung Richtung Gegenseite erfolgt.

So läuft die Vertretung bei uns ab

Der folgende Ablauf zeigt, in welcher Reihenfolge wir die Verteidigung aufbauen und an welcher Stelle Sie entscheidend eingebunden werden. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt, weil jede Stufe die Entscheidungsgrundlage für die nächste liefert.

Ablauf der Verteidigung bei einer Abmahnung wegen § 5 UWG

  1. Kostenlos

    1. Ersteinschätzung

    Sie senden uns Abmahnschreiben, Unterlassungserklärung und die betroffene Werbekommunikation. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer ersten Risiko-Einordnung.

  2. 2. Strategie und Angebot

    Wir prüfen Aktivlegitimation, Tatbestand, Streitwert und Rechtsmissbrauchs-Indikatoren und legen fest, ob wir zurückweisen, modifizieren oder eine Schutzschrift hinterlegen.

  3. 3. Reaktion auf die Gegenseite

    Wir formulieren Zurückweisung oder modifizierte Unterlassungserklärung, verhandeln über Kosten und Vertragsstrafe und übernehmen die gesamte Kommunikation.

  4. 4. Absicherung und Folgeschutz

    Nach dem Abschluss prüfen wir Ihre weiteren Werbeauftritte auf kerngleiche Aussagen und verringern damit das Risiko einer Trittbrettfahrer-Welle.

Warum ist ein strukturierter Prozess so wichtig? Weil der größte Teil der späteren Kosten in den ersten 48 Stunden entschieden wird. Eine modifizierte Unterlassungserklärung, die den Verletzungskern sauber abgrenzt, kann spätere Vertragsstrafen-Risiken auf einen Bruchteil reduzieren.

Und eine saubere Aktivlegitimations-Prüfung führt in nicht wenigen Fällen dazu, dass die Gegenseite die Angelegenheit still fallen lässt.

Eigenversuch gegen anwaltlich geführte Verteidigung

Viele Unternehmen versuchen zuerst, die Situation intern zu lösen. Das ist nachvollziehbar, aber in den meisten Fällen nicht der kostengünstigste Weg. Die folgende Gegenüberstellung zeigt, wo die konkreten Unterschiede liegen.

Wischen
KriteriumEigenversuchMit unserer Kanzlei
Umgang mit der UnterlassungserklärungVorformulierte Erklärung wird oft ungeprüft unterschrieben, Bindung geht über den abgemahnten Verletzungskern hinausEng gefasste modifizierte Erklärung, die nur den konkreten Verletzungskern erfasst und spätere Vertragsstrafen begrenzt
Prüfung der AktivlegitimationWird selten angegriffen, Mitbewerber-Eigenschaft wird meist ungeprüft akzeptiertSystematische Prüfung der tatsächlichen Geschäftstätigkeit der Gegenseite und der Verbandseintragung
StreitwertWird übernommen, auch wenn er objektiv zu hoch istWird gegen die aktuelle OLG-Rechtsprechung geprüft und gegebenenfalls abgesenkt
Rechtsmissbrauch § 8c UWGWird selten erkannt oder zu spät geltend gemachtWird systematisch gegen die sieben Regelbeispiele geprüft, inklusive Recherche zur Abmahntätigkeit der Gegenseite
Schutz vor Trittbrettfahrer-AbmahnungenKeine systematische Prüfung weiterer WerbeauftritteAudit der gesamten Kampagnen-Landschaft nach dem Abschluss, gezielte Anpassung kerngleicher Aussagen

Zur Kostentransparenz: Die Ersteinschätzung ist bei uns kostenfrei. Auf Basis dieser Analyse unterbreiten wir ein transparentes Angebot, das an der konkreten Komplexität Ihrer Abmahnung ausgerichtet ist und das Sie vor einer Mandatierung kennen. So behalten Sie volle Kostenkontrolle, bevor wir in die Vertretung eintreten.

Abmahnschreiben digital einreichen und innerhalb von 24 Stunden eine Ersteinschätzung erhalten.

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Die rechtliche Brechstange: Rechtsmissbrauch und weitere Hebel

Bei einem Teil der Abmahnungen wegen irreführender Werbung ist nicht der Tatbestand das entscheidende Problem, sondern die Art und Weise, wie die Gegenseite vorgeht.

§ 8c UWG: Wenn die Abmahnung selbst angreifbar ist

Das hat praktische Konsequenzen: Wir prüfen bei jeder Abmahnung, ob Indizien für Rechtsmissbrauch vorliegen. Dazu gehört eine Recherche zur Abmahntätigkeit der Gegenseite, eine Prüfung der tatsächlichen Geschäftstätigkeit und eine Analyse der vorgeschlagenen Unterlassungsverpflichtung.

Rechtsmissbrauch ist damit kein Automatismus, sondern eine sorgfältige Argumentationslinie.

Die Kostenerstattungs-Schranke des § 13 Abs. 4 UWG

Gegenangriff: Schadensersatz und Kostenanspruch

Bevor wir offensiv gegen einen Mitbewerber vorgehen, führen wir jedoch ausnahmslos ein internes Claims-Audit durch. Der häufigste strategische Fehler in der Offensive ist, mit ungeprüften eigenen Werbeaussagen in eine Abmahnung zu gehen und eine Gegen-Abmahnung zurückzubekommen. Diese Ironie-Falle lässt sich nur durch eine gemeinsame Vorab-Prüfung beider Seiten vermeiden.

Mitbewerber wirbt irreführend? Wir prüfen zuerst Ihre eigene Werbekommunikation, bevor wir abmahnen.

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Mitbewerber wirbt irreführend? So gehen wir offensiv vor

Die offensive Seite einer § 5 UWG-Mandatierung ist strukturell anders als die Defensive. Hier geht es nicht um Zeitdruck, sondern um saubere Beweissicherung, kluge Eskalationsdramaturgie und die Frage, welches Ziel mit dem Vorgehen überhaupt erreicht werden soll.

Beweissicherung zuerst, Abmahnung zuletzt

Bevor wir eine Abmahnung gegen einen Mitbewerber aussprechen, dokumentieren wir die beanstandete Werbekommunikation beweisfest. Dazu gehören datierte Screenshots der Landingpages, gegebenenfalls archivierte Versionen über Wayback Machine, Aufnahmen von Social-Media-Posts und Influencer-Videos mit aktivem Nachweis der verlinkten Produktseite, Werbeanzeigen-Dokumentation aus den öffentlichen Transparenz-Archiven der Plattformen. Ohne diese Grundlage läuft jede Abmahnung Gefahr, dass der Gegner die beanstandete Aussage kurzfristig stillschweigend entfernt und dann bestreitet.

Parallel klären wir, ob unser Mandant die Aktivlegitimation nach § 8 Abs. 3 UWG erfüllt. Bei kleineren Mitbewerbern oder in Nischenmärkten ist das die häufigste Angriffsfläche der Gegenseite und muss sauber dokumentiert sein.

Die Eskalationsleiter

Eine offensive Vorgehensweise hat typischerweise mehrere Stufen, die wir je nach Mandatsziel gezielt durchschreiten oder überspringen. Welche Stufe in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir auf Basis der Beweislage, des Zeitdrucks und der angestrebten wirtschaftlichen Wirkung.

Wischen
StufeMaßnahmeWann sinnvoll
1Berechtigungsanfrage oder GesprächsangebotWenn langfristige Geschäftsbeziehung oder Branchennähe vorliegt und eine leise Lösung möglich scheint
2Außergerichtliche Abmahnung mit UnterlassungsforderungKlassischer Weg bei klar dokumentiertem Verstoß; eröffnet den Kostenerstattungsanspruch und die Vertragsstrafen-Option
3Antrag auf einstweilige VerfügungWenn Eilbedürfnis besteht (Regelfrist: ein bis zwei Monate nach Kenntnis), zum Beispiel bei laufender Kampagne mit hoher Reichweite
4Hauptsacheverfahren und SchadensersatzWenn Unterlassung nicht mehr ausreicht und die entstandenen Schäden quantifizierbar sind

Welcher Weg im Einzelfall der richtige ist, hängt vom Ziel des Mandanten ab: Soll die irreführende Werbung möglichst schnell verschwinden oder geht es um eine grundsätzliche Klärung für eine ganze Branche. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam, bevor das erste Schreiben rausgeht.

Prävention: Werbecheck vor dem Kampagnen-Launch

Viele Mandate entstehen nicht nach einer Abmahnung, sondern davor. Marketing-Direktoren und In-House-Counsel kommen mit konkreten Claims auf uns zu, deren Risiko sie vor einem Kampagnen-Launch kennen wollen. Wir arbeiten in diesen Fällen mit einem strukturierten Ampel-System: Grüne Claims können ohne Einschränkung live gehen, gelbe Claims brauchen eine bestimmte Aufklärungs-Strategie auf derselben Wahrnehmungsebene, rote Claims werden umformuliert oder gestrichen.

Für komplexe Launches mit Umwelt-, Alleinstellungs- oder Preis-Claims liefern wir die Freigabe schriftlich, damit Sie intern gegenüber dem Vorstand und extern gegenüber Agentur und Influencern eine dokumentierte Entscheidungsgrundlage haben. Mehr dazu auf unserer Werberecht-Check-Seite und bei branchenspezifischen Themen im Health-Claims- und Greenwashing-Check. Für die generische UWG-Defensive verweisen wir auf Abmahnung abwehren und die UWG-Abmahnung-Übersicht; für die Offensive gegen Mitbewerber auf Wettbewerber abmahnen und für die gerichtliche Eilphase auf einstweilige Verfügung.

Nächste Schritte

Eine Abmahnung wegen irreführender Werbung ist selten so eindeutig, wie sie im Schreiben klingt. Die Gegenseite stellt ihre Argumente bewusst kompakt dar, die Fristen wirken bedrohlich, die vorformulierte Unterlassungserklärung sieht nach dem einfachsten Ausweg aus. In der Realität entscheiden die ersten 48 Stunden darüber, ob aus einer einzelnen Abmahnung eine dauerhafte Belastung für Ihre Werbekommunikation wird oder ob sie sauber abgeschlossen und hinter Ihnen liegt.

Wir übernehmen für Sie die strukturierte Prüfung: Ist die Abmahnung inhaltlich und formal haltbar, wie weit sollte eine Unterlassungserklärung reichen, ist der Streitwert angemessen und liegt Rechtsmissbrauch im Raum. Auf dieser Grundlage entwerfen wir die passende Strategie, übernehmen die Kommunikation und sichern Ihre künftige Werbekommunikation vor Trittbrettfahrern ab. Senden Sie uns das Abmahnschreiben und die betroffene Werbung zu; wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer ehrlichen Einschätzung Ihrer Situation.

Wenn Sie umgekehrt selbst gegen eine irreführende Werbung eines Mitbewerbers vorgehen wollen, beginnen wir mit einem Claims-Audit Ihrer eigenen Werbekommunikation und entwickeln auf dieser Grundlage die Eskalationsstrategie, die zu Ihrem Ziel passt. Auch hier ist die Ersteinschätzung kostenfrei.

Antworten

Häufige Fragen (FAQ)

Die wichtigsten Antworten zum Thema, zusammengestellt von unseren Experten.

Was ist der Unterschied zwischen § 5 und § 5a UWG?

§ 5 UWG erfasst aktive Irreführung durch eine unwahre oder zur Täuschung geeignete Angabe, während § 5a UWG das Verschweigen wesentlicher Informationen sanktioniert. In der Praxis stützen sich Abmahnungen oft auf beide Normen zugleich. Wir prüfen jede abgemahnte Aussage gegen beide Tatbestände separat.

Wie lange habe ich Zeit, auf eine Abmahnung wegen irreführender Werbung zu reagieren?

Die Frist wird von der Gegenseite gesetzt und liegt typischerweise zwischen fünf und zehn Werktagen. Sie ist ernst zu nehmen, weil bei Ablauf eine einstweilige Verfügung ohne Ihre Anhörung ergehen kann. Notfalls ist eine Zwischenmeldung mit Bitte um Fristverlängerung sinnvoll.

Soll ich die vorformulierte Unterlassungserklärung unterschreiben?

In aller Regel nein. Vorformulierte Erklärungen sind bewusst weit gefasst und erfassen oft mehr als den konkret abgemahnten Verletzungskern. Die Folge ist lebenslange Bindung an Formulierungen, die Sie gar nicht aufgeben wollten. Wir arbeiten mit präzise modifizierten Erklärungen.

Wie hoch ist der Streitwert bei einer § 5 UWG-Abmahnung?

Der Streitwert bemisst sich nach dem wirtschaftlichen Unterlassungsinteresse und variiert erheblich. Bagatellverstöße werden gerichtlich oft auf 1.000 bis 2.500 Euro abgesenkt, mittelschwere Werbeverstöße liegen im Bereich von 5.000 bis 10.000 Euro, systematische Irreführungen deutlich höher.

Was ist eine modifizierte Unterlassungserklärung?

Eine modifizierte Unterlassungserklärung ist eine eigene Formulierung, die die Vorlage der Gegenseite ersetzt. Sie erkennt die Unterlassungspflicht für den konkreten Verletzungskern an, begrenzt aber die Reichweite auf das tatsächlich Abgemahnte und setzt eine angemessene Vertragsstrafe. Sie beseitigt die Wiederholungsgefahr.

Was kostet die anwaltliche Vertretung bei einer Abmahnung wegen § 5 UWG?

Die Ersteinschätzung ist bei uns kostenfrei. Auf Basis dieser Analyse unterbreiten wir ein transparentes Angebot, das an Komplexität und Streitwert ausgerichtet ist. So kennen Sie Ihre Kosten vor der Mandatierung und behalten volle Kontrolle über das finanzielle Risiko.

Kann ich mich auch gegen eine bereits ergangene einstweilige Verfügung wehren?

Ja. Gegen eine einstweilige Verfügung kommen Widerspruch, Aufhebungsantrag oder Abschlussschreiben in Betracht. Je früher wir eingreifen, desto wirksamer lässt sich die Verfügung entkräften, insbesondere wenn Rechtsmissbrauch oder eine überschießende Unterlassungsverpflichtung im Raum stehen.

Ist Werbung mit klimaneutral überhaupt noch erlaubt?

Werbung mit Klimaneutralitäts-Claims ist nur zulässig, wenn bereits in der Werbung selbst erklärt wird, ob die Neutralität durch Reduktion oder Kompensation erreicht wurde und welche Emissionen erfasst sind. Externe Links oder QR-Codes reichen nicht. Ab September 2026 verschärft sich die Rechtslage erneut.

Welche Rolle spielt Rechtsmissbrauch bei Abmahnungen wegen irreführender Werbung?

Rechtsmissbrauch ist der wichtigste Verteidigungshebel gegen Serien-Abmahner und unangemessene Forderungen. Das Gesetz nennt sieben Regelbeispiele, darunter überhöhte Streitwerte und zu weit gefasste Unterlassungsforderungen. Greift Rechtsmissbrauch, entfallen Unterlassungs- und Kostenerstattungsanspruch.

Abmahnung wegen § 5 UWG auf dem Tisch?

Senden Sie uns das Abmahnschreiben und die betroffene Werbung zu. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer ehrlichen Ersteinschätzung.

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Rechtlicher Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Für eine verbindliche Einschätzung Ihrer konkreten Situation kontaktieren Sie uns bitte direkt.

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